5 Elemente und der Humor

Die 5 Elemente werden – wie die Ernährung insgesamt – oft als etwas Ernstes gesehen, da scheint Humor nicht hinzugehören. Wir haben in unseren Reihen einen Fachman für Humor: Suvan Schlund, der als Klinik-Clown arbeitet. Wir haben ihn gefragt wie Humor und das Thema Ernährung zusammenpassen:

Naja, guter Humor hat oft einen ernsten Hintergrund, und das Thema Ernährung könnte aus meiner Sicht mit viel mehr Humor betrachtet und behandelt werden, insofern stimmt das auch umgekehrt. Wir sind da als Gesellschaft ja schon in eine Stigmatisierung gekommen: Sag mir was du isst und ich sag dir, wer ich bin.

Im Ernst, überall gibt es Kochsendungen und jede Menge Kochbücher, es wird sehr, sehr viel über Ernährung geredet, und gleichzeitig ernähren sich viele Menschen immer flüchtiger und haben einfach Stress, weil der Anspruch durch die (deutsche) Ernsthaftigkeit immens hoch geschraubt wird und mit Erwartungen, Hoffnungen, Vorstellungen überfrachtet wird und so das Scheitern quasi vorprogrammiert ist.

Durch den ständigen Optimierungszwang geht uns die Freude verloren und der Sinn für das, was wir tun und warum wir es tun.

Und dann macht es keine Freude mehr usw. Und das macht uns müde und dann fällt es uns umso schwerer etwas zu verändern. Humor könnte da etwas Leichtigkeit und Abstand hineinbringen.

Wie gehst du denn damit um, wenn deine Ernährung mal nicht so perfekt läuft wie du es ursprünglich geplant hast? Kannst du mal ein Beispiel geben aus deinem Alltag als Klinikclown?

Da ich viel unterwegs bin kommt das schon mal vor. Ich versuche vorbereitet zu sein, etwas dabei zu haben. Klappt das nicht, schaue ich in der Klinik, was es dort gibt, oder auch am Bahnhof, wo ich auch oft bin. Ist das nicht optimal, dann wähle ich nach dem Motto „besser als“, also anstatt Brötchen mit Käse oder Pommes mit Currywurst, Falafel oder Reis mit Gemüse oder Kartoffeln mit Fisch. Das findet sich doch eigentlich überall.

„Das Geheimnis eines glücklichen Lebens liegt darin, aus dem, was dir guttut, eine Gewohnheit zu machen.“

Wobei für mich die Herausforderungen auf der Geruchsebene immer noch hoch sind. Rieche ich z. B. gebratene Wurst dann springt sofort mein limbisches System an und verknüpft den Duft mit einer Emotion und zack muss ich aufpassen, dass ich nicht sofort wie ein konditioniertes Hündchen der Wurst hinterherlaufe. Dabei hilft mir die Präsenz im Moment, also all das zu realisieren und mich dann bewusst zu entscheiden und mich z. B. zu fragen, was brauche ich eigentlich wirklich gerade?

Damit wende ich mich mir zu und kann mir im besten Fall das geben, was ich brauche. Und klappt das alles nicht, dann spreche ich innerlich liebevoll und wertschätzend mit mir und versuche, mich nicht zu verurteilen, sondern selbst zu unterstützen, mir mein bester Freund zu sein und da kommt dann der Humor ins Spiel: „Na mein Lieber, da bist du dem ja wieder ganz schön auf den Leim gegangen. Wie gut, dass du dich sonst so gut ernährst. Beim nächsten Mal könntest du ja … . Du machst das wirklich schon richtig gut.“

Verurteile ich mich, dann versuche ich, auch das bewusster mitzubekommen und kann dann wieder wählen, mich nicht mehr fertig zu machen, wenn es mal wieder nicht geklappt hat. Immer wieder konkret neu zu erfahren, dass ich eigentlich jederzeit die Wahl habe hilft mir sehr. Das sind alles kleine Schritte, die aber Großes bewirken können. Und für mich ist es mittlerweile ein kreatives Spiel. Meistens zumindest. Mit Humor bekomme ich Abstand zu der Situation, kann die Perspektive wechseln bzw. weiter werden lassen und nehme mich selbst nicht so tierisch ernst, nur pflanzlich 😉 .

Du hast ja als Klinik-Clown einen Beruf, in dem es sehr darauf ankommt, aufmerksam zu sein und intuitiv zu reagieren. Du kannst die Situationen in den Krankenzimmern ja gar nicht vorher planen, sondern gehst offen in sie hinein, lässt die Patienten auf dich zu kommen, um dann auf sie zu reagieren. Inwieweit spielen Intuition und Spontaneität eine Rolle bei der Umsetzung deiner Ernährung?

Stimmt, das ist wirklich vergleichbar. In den ganzen Jahren, die ich jetzt schon mit der 5-Elemente-Ernährung lebe hat sich bei mir ein intuitiver Kochstil entwickelt. Rezepte haben für mich eine zu große Hürde der Vorbereitung und des genauen Einkaufens. Ich fühle mich freier und flexibler, wenn ich mich dem kochen kann, was da ist. Das setzt natürlich voraus, dass ich von den drei Grundsäulen Gemüse, Getreide, Eiweiß und für den Nachtisch etwas zuhause habe und dann wähle ich je nach Gemüse und Jahreszeit und Bedürfnis die Kochtechnik und kreiere eine 5-Elemente-Mahlzeit, die vielleicht nicht perfekt im Sinne des herkömmlichen Anspruchs und vielleicht auch nicht perfekt im Sinne der TCM ist aber doch perfekt aus meiner Intuition heraus und an meinen Bedürfnissen entlang gekocht ist.

Und ich bin dadurch auch sehr verbunden mit dem, was ich da gerade tue und so schmeckt und wirkt die Mahlzeit auch besonders für mich.

Überraschungen und Routine gehen beim intuitiven Kochen Hand in Hand.

Das Ergebnis ist ja nur bedingt vorbestimmt, ich weiß nicht wirklich, was am Ende herauskommt und mit der Zeit gibt doch auch eine gewisse Routine, die hilfreich ist und das Ganze reibungsloser und auch zeitsparender macht. Und interessanterweise fördert ja diese Ernährung auch den Kontakt zu mir und meiner Intuition, was mir wiederum hilft intuitiver zu kochen. Und da schließt sich dann der Kreis. Und bei meinen Clownseinsätzen ist es sehr ähnlich, da ist die lebendige Routine, die meiner Intuition den nötigen Raum und das Vertrauen verleiht, sich zu entfalten. Und dann kann im Zimmer und im Kochtopf Magisches und Komisches passieren.

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