Der praktische 5-Elemente-Grundkurs

Du willst wissen, welches Element du besonders unterstützen sollst? Wir verraten dir was: Alle 5 Elemente brauchen Unterstützung – immer! Denn sie hängen eng zusammen, unterstützen und korrigieren sich gegenseitig.

Wenn du sehr aus dem Gleichgewicht bist, also unter einer körperlichen oder seelischen Krankheit leidest, brauchst du jedoch auf jeden Fall eine Beratung, um die richtige Ernährung zu finden.

Man kann das komplexe System der 5-Elemente-Ernährung nicht auf einen simplen Nenner bringen. Aber es lassen sich ein paar Grundregeln aufstellen, die für die meisten Menschen gelten:

  • Erde nähren

Du isst viel „gesunde“ Nahrung und es geht dir trotzdem nicht gut? Hast Bauchgrummeln, nachdem du grüne Salate gegessen und Smoothies getrunken hast? Oder bist oft unzufrieden und müde – wie unser Willi?

Dann solltest du deine Erde und damit dein Verdauungssystem stärken. Um Alarm im Darm zu vermeiden, solltest du überwiegend gekochte Nahrung zu dir nehmen. Und auch nicht so viele Käsebrote essen, denn Milchprodukte blockieren den Qi-Fluss der Milz – so nennen die Chinesen den Darm – und gekochtes Getreide ist besser als Stullen.

Getreide und Wurzelgemüse haben einen entspannenden süßen Geschmack. Möhren, Pastinaken, Hokkaido-Kürbis und Süßkartoffeln entfalten eine ganz tolle Wirkung, wenn du sie in einer Pfanne mit mediterranen Kräutern zusammen brätst. Du kannst diese Wirkung auch noch dadurch steigern, dass du sie in den Backofen schiebst. Bitter-warme Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Oregano nehmen Feuchtigkeit aus der Milz, wofür diese sehr anfällig ist. Geschmorte Zwiebel und Lauch lösen Blockaden, die durch Kälte und Feuchtigkeit entstanden sind. Das gleiche gilt für Fenchel und Anis. Auch Süßspeisen sind wichtig, aber nach Möglichkeit ohne Zucker. Wir süßen mit Reismalz, -sirup oder Agavendicksaft.

  • Wasser stärken

Du bist oft abgeschlagen, brauchst sehr viel Schlaf, und mit dem Selbstbewusstsein hast du so deine Probleme – wie unser Detlef?

Dann solltest du deine Nieren stärken. Ähnlich wie die Milz reagieren auch die Nieren sehr empfindlich auf Kälte. Wenn du sie also stärken willst, solltest du alles beachten, was du gerade zum Thema Erde stärken gelesen hast. Rohkost, kalte Getränke, Eiscreme, Milch, Joghurt, Quark und Käse senken das Qi der Nieren ab und damit auch deine Energie. Dagegen lieben sie Suppen und Eintöpfe, entweder auf der Basis von langgekochten Wurzeln oder mit Huhn, Lamm und Rind.

Pflanzliche Eiweiße wie Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh, Lupino und Seitan unterstützen die Nieren bei ihren Entgiftungsaufgaben. Dabei haben Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen, Kichererbsen sowie weiße und schwarze Bohnen, aber auch Tofu und Tempeh noch eine besondere Wirkrichtung auf die Nieren, weil sie sehr günstig auf das Wasserelement wirken.

Deine Nieren mögen auch Algen und Fisch, die kommen nämlich auch aus dem Wasser. Meersalz und Sojasauce sind gut, und eine wärmende Misosuppe (Hier gibt es Infos zur Misosuppe) ist nicht nur ein geschmacklicher Genuss, sie ist auch eine Freude für alle Detox-Fans! Wenn deine Nieren sehr kalt sind, kann es sein, dass sie mal eine Hühnersuppe oder einen Eintopf mit Lamm brauchen.

  • Holz erfrischen

Du bist ständig auf Sendung, schläfst wenig und schlecht, hast öfter mal Kopfschmerzen und gehst schnell an die Decke – wie unser Rudi?

Dann solltest du deine Leber erfrischen, die im Gegensatz zu ihren Kolleginnen Milz und Niere nicht kälte- sondern hitzeempfindlich ist.

Kurz gekochte grüne Blattgemüse wie Chinakohl, Stangensellerie und Brokkoli erfrischen deine Leber. Shiitake und sonstige Pilze entgiften und milchsauer eingelegte Pickles entspannen sie. Die Leber regeneriert sich am besten, wenn du möglichst wenig Fleisch isst.

Fisch ist willkommen und von den veganen Eiweißquellen ist Seitan das Highlight. Der amerikanische Ernährungsexperte Bob Flaws bezeichnet Seitan sogar als „Leberheilmittel“. Der süße Geschmack aus der Erde entspannt, ein mild-scharfer aus dem Metall kann eine Leber-Qi-Stagnation lösen. Und bitte nicht mit Essig laborieren, das macht deine Leber zu warm! Besser sind Genmai-Su und Ume-Su, sanft saure Würzen in der Konsistenz von Essig. Eine Wohltat auch für eine nicht angespannte Leber.

Falls dir mal der Brokkoli ausgegangen ist, tun es auch mal frische grüne Kräuter aus deinem Balkonkasten. Und zum Nachtisch gibt es einen mit Kuzu angedickten Kompott aus sauren Beeren vergessen!

  • Feuer kühlen

Du bist ein Kommunikationstalent mit Tendenzen zur Drama Queen, das aber so allmählich versteht, dass deine zu starke Außenorientierung dich nicht weiterbringt – wie unsere Hanna?

Dann solltest du dein Herz erfrischen, denn es verliert eine Menge Säfte bei deinem aufwendigen Lebensstil J Erstmal sofort Anleihen bei Kollegin Leber nehmen und viel grünes Gemüse essen, um Leberblut zu bilden.

Der bittere Geschmack des Feuerelements schützt dein Herz, also gerne frische mediterrane Kräuter verwenden. Radicchio, Endivie, und Rucola sowie alle Wildkräuter erfrischen dein Herz und bauen Blut auf, ebenso Rote Bete, Kirschen und rote Beeren.

Was du vielleicht nicht weißt: wenn du so stark im Außen bist, müssen die Nieren kühlende Säfte an dein Herz schicken, damit du nicht ausbrennst. Also bitte nicht nur bitter-erfrischende Salate essen, sondern die Nieren mit Suppen, Soßen und Eintöpfen bei ihrer Arbeit verwöhnen! Auch wenn dein Feuer nicht ausreicht, um auf Menschen zuzugehen, ist es ein guter Tipp, die Nieren zu stärken, damit sie genug Energie an dein Herz schicken können. In diesem Fall solltest Du nicht zu viel Wildsalate und Früchte essen.

Absolutes no go: das Feuer über scharf-heiße Gewürze nach oben pushen, das geht auf Dauer schief und schädigt die kostbaren Säfte!

  • Metall entschärfen

Deine Haut ist zu trocken und du reagierst schnell mit Rückzug, lässt keinen so richtig an dich ran, hast einen scharfen Verstand, mit dem du auch mal bissig sein kannst – wie unsere Evi?

Dann solltest du deine Lungen stärken. Sie mögen keine Trockenheit, also Finger weg von Chips, Alkohol, Fleisch und scharfen Gewürzen! Bei manchen Menschen erzeugen sie Hitze, die die Haut austrocknet und den Geist eng macht. Es kann auch sein, dass du sehr über den Kopf reagierst, weil du deinen Körper nicht so richtig spürst. In diesem Fall solltest du deine Erde stärken, denn sie ist die Mutter von Metall. Der süße Geschmack entspannt, befeuchtet und macht geschmeidig.

Lauch, Zwiebeln, Rettich, Radieschen und scharfe Gewürze aus dem Metall-Element sorgen für Bewegung und lösen das Qi von Körper und Geist. Aber Achtung: arg zu scharf kann dich zu sehr erhitzen und unruhig machen.

Alle Evis sollten den geliebten Chili aus ihren Rezepten streichen und besser beim Italiener als beim Inder essen. In diesem Fall ist es gut, Anleihen bei den Elementen Holz und Feuer zu machen, um Blut und Säfte aufzubauen.

Und auch nicht zu sparsam essen, also gutes Eiweiß essen und das Sößchen nicht vergessen. Denn Soßen aus Kokos-, Soja- oder Hafermilch machen geschmeidig, und wenn die Milz einigermaßen in Schuss ist, helfen dir auch kleine Mengen Butter, Sahne und Joghurt.

Ist doch ganz einfach, oder?

Die Grundregeln sind wirklich recht einfach zu befolgen, aber die Feinheiten sind natürlich nicht ganz so einfach zu verstehen. Du hast ja sicher beim Lesen schon gemerkt, wie viele Wechselwirkungen es unter den Elementen gibt, und wie unterschiedlich sich Ungleichgewichte in den einzelnen Elementen auswirken können. Das öffnet sich das weite Feld von Yin und Yang sowie der Erkenntnisse der TCM.

Aber trotzdem: Butter bei die Fische! Denn die 5 Elemente können nur teilweise mit dem Kopf verstanden werden, sie müssen vor allem in deinen Bauch 😊

Wenn du neugierig geworden bist, empfehlen wir dir zwei Bücher zum Weiterlesen:

Sooni Kind & Sabine Spielberg: Die vegetarische 5-Elemente-Küche. Zeitgemäß-typbezogen-lecker aus dem Joy Verlag

Esther Krahwinkel & Tanja Bunse: Iss, was du bist. Das 5-Elemente-Kochbuch mit Elemente-Workbook aus der Edition Michael Fischer

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